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Die Akademie Mode & Design Wiesbaden
zu Gast im Dommuseum Mainz
Ein studentisches Projekt

„Verlängerung der Ausstellung
bis zum 30. Oktober 2022


Der goldene Faden


„Der goldene Faden“ ist ein studentisches Ausstellungsprojekt in Kooperation der AMD Akademie Mode & Design Wiesbaden mit dem Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum Mainz.

Wie kommt es zu dieser
vielleicht überraschenden Zusammenarbeit?

Studierende der AMD haben sich intensiv mit den liturgischen Gewändern der Sammlung befasst. Die bis zu 1000 Jahre alten, kostbaren Paramente und ihr Bedeutungshorizont waren Impulsgeber für eigene Kollektionen, die sich frei mit dem Thema „Kirche und Gewänder“ und unter dem Motto „Der Teufel steckt im Detail“ auseinandersetzen.

Entstanden sind unterschiedlichste Kollektionen. Sie spielen naturgemäß mit dem Verhüllen und Enthüllen. Darüber hinaus machen sie weitere Themen stofflich fassbar: Licht und Schatten, Tod und Vergänglichkeit werden genauso eindrucksvoll umgesetzt wie eine spannungsreiche Gegenüberstellung von Kleidung in Ordensgemeinschaften und Popkultur. Die „Starken Frauen der Bibel“, wie Mirjam oder Judit, haben ebenso neue Outfits bekommen wie die „Apokalyptischen Reiter“. Schillernde Kleider und starre Jumpsuits visualisieren den fließenden Übergang zwischen Glaube und Fundamentalismus. Die Neuinterpretation liturgischer Gewänder thematisiert sexuellen Missbrauch und Schuld.

So sind die hier gezeigten Arbeiten kritische Auseinandersetzung, künstlerische Position und modisches Statement zugleich. Die Studierenden eröffnen uns einen breit gefächerten Blick auf ihre Lebens- und Arbeitswelt. Zugleich zeigen sie uns ihre Perspektive auf eine 2000-jährige, traditionsorientierte Kirche. Der Ausstellungstitel „Der goldene Faden“ ist im Wortsinn und sinnbildlich zu verstehen: Nicht nur über das Material, sondern auch über ihre Themen integrieren sich die studentischen Kollektionen in die Räume und
die historische Schausammlung. Sie werden deshalb auch dort präsentiert.

Die Zusammenschau ist zunächst ungewohnt, doch wir hoffen, dass der gegenseitige respektvolle und gewinnbringende Dialog, der sich wie ein goldener Faden durch das studentische Projekt zieht, von unseren Gästen aufgenommen und weitergesponnen wird.

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