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Meisterwerke aus 1000 Jahren
25.11.2022 – 19.3.2023

Der Mainzer Domschatz


Der Mainzer Domschatz „atmet“. Phasen des Aufbaus werden von Zeiten des Niedergangs, etwa um 1630 unter schwedischer oder um 1800 unter französischer Herrschaft abgelöst. Heute umfasst er ca. 400 Goldschmiedearbeiten aus 1000 Jahren, von denen die schönsten in der Sonderausstellung gezeigt werden.

Dieser „atmende“ Domschatz galt in den Zeiten seiner Blüte als einer der bedeutendsten Kirchenschätze überhaupt. Doch 1803 ließ der letzte Mainzer Erzbischof Karl Theodor von Dalberg ihn aus Furcht vor französischen Ansprüchen einschmelzen. Seither entstand am Dom nach und nach ein neuer Bestand an liturgischem Gerät. Dabei handelt es sich um Abgaben aus untergegangenen oder auch heute noch bestehenden Kirchen, um bischöfliche Auftragsarbeiten oder Übereignungen von Privatpersonen, oftmals von Geistlichen.
Die Ausstellung stellt Meisterwerke des heutigen Domschatzes vor, darunter neben ottonischen Arbeiten aus dem Umfeld von Erzbischof Willigis (975–1011) und Exponaten aus romanischer und gotischer Zeit auch barocke Spitzenstücke wie die vom französischen Kaiser an Bischof Colmar (1802–1818) geschenkte Napoleonsgarnitur. Darüber hinaus präsentiert sie neben der Großen Prunkmonstranz des Augsburger Goldschmieds Franz Thaddäus Lang, die jetzt erstmals als Herzstück der barocken Domausstattung nachgewiesen werden kann, weitere hochrangige Objekte des „alten“ Domschatzes, die 1803 der Vernichtung entgangen sind. Mehrere Dutzend Objekte, die erst in jüngster Zeit dem Schatz übereignet wurden, vervollständigen das Bild des „atmenden“ Schatzes.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Bestandskatalog, der die wichtigsten Werke des Domschatzes umfassend in Text und eigens angefertigten Neuaufnahmen vorstellt. Darüber hinaus wird hier anhand der erhaltenen Inventare aus Mittelalter und früher Neuzeit erstmals eine Rekonstruktion des 1803 eingeschmolzenen Schatzes vorgenommen und seine reichs- und kirchenpolitische Bedeutung analysiert.

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