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Frauenlob

Heinrich von Meissen

Zum 700. Todestag des Dichters Heinrich von Meißen gen. Frauenlob (geb. um 1250/60 in Meißen, gest. 1318 in Mainz) ehrt das Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum Mainz den Minnesänger auf besondere Weise. Heinrich von Meißen, einer der bedeutendsten Dichter in mittelhochdeutscher Sprache, erhielt den Beinamen „Frauenlob“ aufgrund seiner Verse, die die Gottesmutter Maria verherrlichen.

Seine Werke sind in allen großen Liederhandschriften des 14. und 15. Jhs. vertreten. Zuletzt am Hof von Erzbischof Peter von Aspelt (amt. 1304–1320) in Mainz tätig, verstarb er hier am 29. November 1318. Der Sage nach trugen ihn trauernde Jungfrauen zu Grabe, und er fand, wie sonst nur der Klerus, seine letzte Ruhe im Kreuzgang des Domes. Hier ist noch heute seine – in barocker Zeit erneuerte – Grabplatte zu sehen.

Zum 700. Todestag des Dichters bietet Ihnen das Dommuseum ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm: Vorträge, Musik und Lesungen präsentieren sein Werk, aber auch die vielfältige Rezeption, die Frauenlob vor allem im 19. Jh. erfahren hat. Tauchen Sie ein in die Welt des späten Mittelalters und lassen Sie sich von den Versen eines „Meistersingers“ aus gotischer Zeit verzaubern.

Die Besucher sind außerdem eingeladen, in der Kabinett-Ausstellung (bis 31. März) durch eine eigens dafür eingerichtete „Frauenlob-Straße“ zu wandern, in der sie eine Vielzahl von Gemälden, Graphiken und Skulpturen rund um den berühmten Dichter erwartet. Sie tauchen ein in die Blütezeit der weltlichen Minne und der Marienverehrung und können sich verzaubern lassen von der Welt der Meistersinger und den im 19. Jahrhundert entstandenen Frauenlob-Opern. Auch zu entdecken: Die Trivialisierung Frauenlobs in den gleichnamigen Einmachgläsern, Waschextrakten oder dem Frauenlob-Bohnerwachs. Am Ende der Ausstellung steht das Frauenlob Grabdenkmal von Ludwig Schwanthaler als Pendant zum Grab des Dichters im Ostflügel des Domkreuzgangs.