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Gegner und Verbündete:

Mainz und die Päpste

Über Jahrhunderte bestand ein spannungsvolles Beziehungsgeflecht zwischen den Mainzer Erzbischöfen und den Päpsten. Zunächst nutzt der Hl. Bonifatius als Erzbischof im 8. Jahrhundert geschickt seine Verbindungen zum Papst und errichtete ein Geflecht von Bistümern, das unter anderem den Grundstein für die Macht der Mainzer Erzbischöfe legte. In ottonischer Zeit stand mit Erzbischof Willigis (+ 1011) ein Mann an der Spitze der Erzdiözese, der als „Papst des Nordens“ bezeichnet werden kann. Sein Domneubau und die im Domschatz erhaltenen Prunkhandschriften zeugen bis heute davon. Mit der Zentralisierung der Kirche verlor das Mainzer Bistum an Einfluss, doch Erzbischöfe wie Siegfried III. (+ 1249) stemmen sich im 13. Jahrhundert gegen diesen drohenden Machtverlust.
Anlässlich der Ausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“ in Mannheim bietet die Vortragsreihe des Dommuseums und des Erbacher Hofs Einblicke in die jüngste Forschung zu unterschiedlichen Facetten des Themas. Dabei steht die 1500 Jahre währende gemeinsame Geschichte der Konfessionen im Vordergrund. Vor allem in der Ausprägung des Papstamtes in seiner Entwicklung von der Frühzeit bis in das 16. Jahrhundert werden historische Entwicklungslinien und Formierungsprozesse aufgezeigt. Auch Mainz ist einer der Papstorte, denn nicht zuletzt verdankt Mainz seine besondere Stellung als „Hl. Stuhl von Mainz, besondere Tochter der römischen Kirche“ direkt dem päpstlichen Einfluss.