
Der Bildteppich des Dommuseums wird im allgemeinen verkürzt als „Sippenteppich” bezeichnet. Diese Benennung orientiert sich an dem in der Bildmitte dargestellten Thema der „Heiligen Sippe”, also den Verwandten Jesu mütterlicherseits. Parallel dazu zeigt der Teppich umlaufend um das Mittelfeld in der sogenannten „Wurzel Jesse” auch die männlichen Ahnen Christi. Beide Themen erleben in spätgotischer Zeit eine Hochkonjunktur, die zu einer Verschmelzung der Sujets führen kann.
Die Tapisserie zeichnet sich aber nicht nur durch die breite Fächerung des Themas und eine außergewöhnliche künstlerische Qualität aus. Sie kann auch, was sehr selten ist, durch die eingewebte Jahreszahl links unten fest auf das Jahr 1501 datiert werden. Darüber hinaus erlauben die beiden Wappen in den unteren Ecken die Identifikation der Stifter, die sich aus Angehörigen des Rheingauer Geschlechtes der Hilchen von Lorch und derer von Diez rekrutieren. Gestiftet wurde der Teppich wahrscheinlich für das Kloster Maria Kron in Oppenheim, wo Margarethe Hilchen von Lorch von ca. 1497 bis 1518 Äbtissin war.

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