
Der Fabeltierteppich zeigt Jünglinge und Edelfräulein zwischen verschiedenen, in ihrer Gestalt nicht eindeutig identifizierbaren Fabeltieren, die an Greife, Drachen und Löwen erinnern. Dieses Bildthema findet sich in den Darstellungen spätgotischer Bildteppiche immer wieder. Dabei sind die Fabeltiere die Symbole der ungezügelten wilden Natur und stehen für die ungestümen menschlichen Leidenschaften, die dank einer höfischen, gesitteten Erziehung, wie sie für die Edelleute gilt, überwunden werden können. Die dargestellten Personen werden nicht mehr zum Spielball einer wilden Triebhaftigkeit, sondern wissen diese zu domestizieren. Hierfür stehen die Waffen und die Halsbänder, mit denen die Fabeltiere in Schach gehalten werden.

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