Herzstück der neuen, insgesamt 300 qm umfassenden Schatzkammer des Domes ist die ehemalige Nikolauskapelle an der Westseite des Domkreuzganges. Dieser stimmungsvolle Bau aus dem frühen 15. Jahrhundert beherbergt heute liturgische Gefäße aus dem 10. bis zum 20. Jahrhundert. Als besondere Glanzstücke aus mittelalterlicher Zeit sind die hochgotischen Buchdeckel aus St. Stefan und der Liebfrauenkirche sowie die bischöflichen Insignien des
Siegfried III. von Eppstein (1230-1249) hervorzuheben. Unter den Objekten der Renaissance und des Barock bestechen neben einem Meßkelch aus dem portugiesischen Königshaus die künstlerisch besonders wertvollen Strahlenmonstranzen, die von namhaften Augsburger Goldschmieden gearbeitet wurden. Besondere Beachtung verdient die Abteilung, die dem 19. Jahrhundert gewidmet ist, also einer Zeit, in der der Domschatz nach den Verlusten während der Revolutionswirren um 1800 neu aufgebaut werden mußte. Hervorzuheben sind neben den Insignien (Mitra, Stab und Pontifikalschuhe) von
Bischof Colmar (1802-1818) die liturgischen Gegenstände aus dem Besitz von
Bischof von Ketteler (1850-1877), Meßkelch, Monstranz sowie die Krümme seines Bischofsstabes.