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Krümme des Bischofs  Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler (1850-1877)

Geschichte des Domschatzes

Über Jahrhunderte hinweg galt der Mainzer Domschatz als einer der kostbarsten des Abendlandes. Die erhaltenen Inventare, entstanden zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert, beschreiben eine Fülle von liturgischen Geräten und Paramenten. Unter den Erzbischöfen Willigis (975-1011) und Peter von Aspelt (1306-1320) blühte der Domschatz. Auch Kardinal Albrecht von Brandenburg (1514-1545), der das berühmte sogenannte „Halle’sche Heiltum” vor den Wirren der Reformation von Halle nach Mainz flüchtete, bereicherte ihn zusätzlich um über 300, aufs kostbarste ausgestattete Reliquiare.

Diesem Wachstum stehen zahlreiche Plünderungen gegenüber. Den Verlusten während des 30jährigen Krieges folgte am Ende des 18. Jahrhunderts die Flüchtung des Domschatzes vor den herannahenden französischen Revolutionstruppen. Zunächst in Prag verpfändet, wird der Domschatz auf Betreiben des letzten Mainzer Erzbischofs Karl Theodor von Dalberg im Sommer 1803 in Regensburg verkauft und eingeschmolzen.

Bischof Joseph Ludwig Colmar (1802-1818) und seine Nachfolger konstituierten durch Ankäufe, Neuaufträge oder erhaltene Geschenke den Domschatz neu, so daß seit Bischof Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler (1850-1877) der Domschatz, wenn auch auf bescheidenem Niveau, wieder hergestellt ist. Hinzu kommen die Funde aus den bei der Restaurierung des Domes 1925-28 entdeckten (erz-) bischöflichen Gräbern. Diese zum Teil äußerst wertvollen Beigaben machen heute einen wesentlichen Anteil am Gesamtbestand des Domschatzes aus.


Präsentation des Domschatzes in London (1932)

Präsentation des Domschatzes in London (1932)

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