Wer heute in die Gewölbehallen des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums hinuntersteigt, steigt zugleich auch in die Tiefe der Vergangenheit. Er betritt zunächst einen Raum, dessen Gewölbe mit einer Spannweite von über 8,5 m beeindruckt. In dieser Meisterleistung der Architektur der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts ist die Abteilung mit Skulpturen aus dem 1. bis 11. Jahrhundert untergebracht.
Der hintere Teil dieser ehemaligen Kelleranlagen, eine zweischiffige Halle auf Mittelstützen mit Kreuzgratgewölbe, ist später entstanden. Er entstammt der staufischen Epoche, also der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Dort ist die einzigartige Sammlung von Steinskulpturen aus der selben Zeit ausgestellt. Sie vereinigt Hauptwerke der deutschen Frühgotik, darunter Arbeiten des sogenannten „Naumburger Meisters”. Dessen Skulpturen waren einst Teil der um 1239 errichteten westlichen Chorschranke (Lettner) des Mainzer Doms. Zu sehen ist u.a. der
„Zug der Seligen” und der „Verdammten” und natürlich der ausdrucksstarke
„Kopf mit der Binde”.
Zu den Highlights zählt auch die gleichermaßen majestätische wie liebliche sogenannte Madonna aus der Fuststraße.