Bilder
Gruppe der Seligen Vom ehemaligen Westlettner des Mainzer Domes Naumburger Meister Um 1240

Rückblick auf unsere Sonderausstellungen 


 

 

Gustel Stein- Glasbildkünstler und Maler

4.12. - 23.12.2009

 

Eine Präsentation der großzügigen Schenkung an das Dommuseum

 

Das Dommuseum Mainz ehrte das Lebenswerk des bekannten Glasbildkünstlers und Malers Gustel Stein vom 4.-23. Dezember 2009 mit einer knapp dreiwöchigen Sonderausstellung. Der 87-Jährige, der in Mainz lebt und arbeitet, übergab dem Museum im Oktober einen Teil seines Oeuvres als Schenkung. Erweitert durch die Leihgaben des Mainzer Landesmuseums und der Unterstützung privater Sammler bot die Retrospektive einen umfangreichen Querschnitt durch das Gesamtwerk des Künstlers und zeigte neben religiösen Bildwerken auch profane Gemälde und eine Auswahl seiner abstrakten Arbeiten. Die Ausstellung vermittelte einen Eindruck von dem künstlerischen Schaffen Gustel Steins, dessen Glasmalereien an über 70 Orten in Hessen und Rheinland-Pfalz zu finden sind. Wer Steins Meisterstücke, wie die beiden Westchorfenster der gotischen St. Katharinenkirche in Oppenheim kennt, weiß bereits um die unverwechselbare Intensität seiner Kirchenfenster.

Die Retrospektive war eine Hommage an den Künstler, der 2007 den "Gaab"-Teller für besondere kulturelle Verdienste der Stadt Mainz erhielt. Gleichzeitig bot die Ausstellung einen Raum für Besinnungsmomente, direkt neben dem bunten Weihnachstreiben auf dem Mainzer Liebfrauenplatz.

 

 

 

Dommuseum Mainz Gustel Stein

Gustel Stein bei der Arbeit. Copyright Gustel Stein

 

 

Gustel Stein ist am 18. Februar 2010 im Alter von 88 Jahren verstorben. In liebevollem Gedenken und tiefer Dankbarkeit nehmen wir Abschied von dem großartigen Mainzer Glasbildkünstler Gustel Stein.

 

 

 

 

HAP Grieshaber zum 100. Geburtstag

3.04. - 27.09.2009

Das Dommuseum Mainz beging den 100. Geburtstag HAP Grieshabers
mit einer Werkschau.

Mit mehr als 100 ausgewählten Holzschnitten, Gouachen, Plakaten und Briefen präsentierte das Dommuseum vom 3. April bis 27. September 2009 HAP Grieshaber, der mit seinen Hauptwerken die Grenzen der Gattung Druckgrafik neu auslotete und mit diesem künstlerischen Mittel seine Zeit kommentierte.
HAP Grishaber wurde in Oberschwaben geboren, war gelernter Buchdrucker und Absolvent der Kunstgewerbeschule in Stuttgart, lebte und arbeitete seit den 1940er Jahren auf der Achalm bei Reutlingen. Viele, auch internationale Ausstellungen, die wiederholte Teilnahme an der documenta in Kassel, Lehraufträge und zahlreiche Auszeichnungen zeugen vom hohen künstlerischen Stellenwert seiner Arbeiten.
Grieshaber  verlieh dem Holzschnitt eine neue Eigenständigkeit und Monumentalität. In seinen Farbholzschnitten verbinden sich expressive Farbigkeit und kraftvolle Formsprache zu einer mitreißenden Intensität.
Grieshaber verstand sich als politischer Künstler. Er war überzeugt vom gesellschaftsbildenden Auftrag der Kunst. So thematisierten zahlreiche in der Ausstellung gezeigten Werke seine politischen, gesellschaftlichen und sozialen Überzeugungen, mit denen er zu aktuellen Fragen der Zeit Stellung bezog. Sein Engagement machte ihn zu einem vielgefragten Künstler und Kommentator des Weltgeschehens. Heute erschwert die vordergründige Zeitgebundenheit seiner Werke mitunter einen direkten Zugang. Umso spannender war die neuerliche Auseinandersetzung mit seinen Blättern und der Frage: „Was hat Bestand?“ Mit unvoreingenommenem Blick betrachtet, zeigten sich seine Arbeiten überraschend frisch und seine Themen verweisen letztlich auf die zeitlos aktuellen Konflikte der menschlichen Existenz.

 

Shop : Katalog zur Ausstellung

 

Blick in die Ausstellung

Copyright Dommuseum. Zu sehen ist „Kreuzweg der Versöhnung“ von 1969

 

 

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Rabanus Maurus – auf den Spuren eines karolingischen Gelehrten

4.02. - 15.10.2006

Eine frühmittelalterliche Prunkhandschrift kehrt heim

Eine der schönsten Prunkhandschriften der Karolingerzeit kehrte nach Mainz zurück und wurde vom 4. Februar bis 15. Oktober 2006 in einer Ausstellung des Dom- und Diözesanmuseums der Öffentlichkeit präsentiert: Das Lob des Kreuzes (De laudibus sanctae crucis) des großen Gelehrten und späteren Erzbischofs von Mainz, Rabanus Maurus (um 780-856). Diese um 825/26 entstandene Prunkhandschrift, die heute als Codex Vaticanus Reginensis latinus 124 in der Biblioteca Apostolica Vaticana in Rom aufbewahrt wird, war einstmals ein Geschenk des Rabanus an seinen Vorgänger im Amte, den Mainzer Erzbischof Otgar (826-847). Im 17. Jahrhundert gelangte die Handschrift über prominente Vorbesitzer, darunter Kaiser Rudolf II. und Königin Christina von Schweden, in den Besitz der Päpste. Nach über 300 Jahren verließ dieses Meisterwerk der Bild- und Dichtkunst die Biblioteca Apostolica Vaticana in Rom und kehrte an seinen ursprünglichen Bestimmungsort zurück.

Weitere Originale und Repliken aus dem Bereich von Skulptur und Buchmalerei verdeutlichte den historischen und theologischen Kontext, in dem „De laudibus“ entstanden ist. Dabei wurde die karolingische Diskussion um das Wesen der Bilder ebenso angesprochen wie die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen der Darstellbarkeit des gekreuzigten Christus. Eine Einführung in das Leben und das übrige schriftstellerische Werk des Rabanus rundete die Ausstellung, die über 20.000 Gäste besucht haben, ab.

Katalog (zum Shop)

Logo:LRP Landesbank Rheinland-Pfalz

[ Die Ausstellung wird unterstützt von der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz

und der Adolf-Gerhard-Stiftung Mainz]















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NOCH MAL LEBEN

22.6. - 4.9.2005

EINE FOTOAUSSTELLUNG ÜBER DAS STERBEN

Fotos: Walter Schels
Texte: Beate Lakotta

Einladungskarte


EINE FOTOAUSSTELLUNG ÜBER DAS STERBEN ˜ Bildnis einer Frau   Bild öffnen


„Wenn wir uns mitten im Leben meinen wagt er zu weinen mitten in uns“. Mit diesen Zeilen Rainer Maria Rilkes über den Tod brachten einige Gäste nach dem Besuch der Ausstellung „Noch mal leben“ stark bewegt ihre Gefühle zum Ausdruck. Dabei wird für gewöhnlich im Alltag die Auseinandersetzung mit dem Lebensende tabuisiert und zwischen Jugendkult und intensivmedizinischer Betreuung bleibt heutzutage kaum noch Raum für eine persönliche Auseinandersetzung und den würdevollen Umgang mit dem Sterbenden. Um so mehr unterstreichen die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland immer wieder, wie notwendig eine Beschäftigung mit dem Thema ist. Dem Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum war es deshalb ein besonderes Anliegen, die Wanderausstellung „Noch mal leben“ in seine Räume zu holen. Die Ausstellung wurde konzipiert von der Journalistin Beate Lakotta und dem Fotografen Walter Schels, die unheilbar Kranke baten, sie in ihren letzten Tagen und Wochen begleiten zu dürfen. Aus diesen Begegnungen entstanden einfühlsame fotografische Gegenüberstellungen von Menschen diesseits und jenseits des Todes: dabei strahlen gerade die Bilder der Toten eine eigentümliche Schönheit aus, eine Schönheit, die zugleich an die eigene Vergänglichkeit gemahnt.

Die unmittelbare Begegnung mit dem Tod weckte bei vielen Besuchern das Bedürfnis, ihre mitunter sehr persönlichen Gedanken und Erfahrungen zum Thema zu äußern. Hierzu gaben die ausgelegten Gästebücher Gelegenheit, die intensiv genutzt wurden und deren Studium durch andere Besucher ein wichtiger Bestandteil der Ausstellungskonzeption war. Eine Ausstellungsbesucherin namens Birgit hat dies am 17.7. eindringlich formuliert und dabei appellativ die Intention der Ausstellung zusammengefaßt:
„Es gibt kein Leben ohne den Tod. Den Tod fürchtet jeder und doch ereilt er uns alle. Sprecht mit Todkranken über das Sterben und den Tod, wenn sie es wünschen. Es gibt nichts schlimmeres als nicht darüber sprechen zu dürfen, weil es den Angehörigen zu weh tut“.

Ein in Bezug auf die Altersstruktur breit gefächertes Publikum aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus besuchte die Ausstellung, wobei der Anteil an Schulklassen bemerkenswert hoch war. Einige Besucher gingen gezielt in die Ausstellung, andere kamen eher zufällig. Auch die Motivation der Besucher war sehr unterschiedlich, teilweise waren es Menschen, die beruflich mit dem Thema konfrontiert sind. Die Mehrheit aber bildeten, wie die Reaktionen im Gästebuch zeigen, Personen, die sich bisher nur zögerlich oder gar nicht mit der Thematik auseinander gesetzt hatten und nun das Angebot zur Reflexion dankbar annahmen.

Wie groß das Bedürfnis zum Sprechen und zur Auseinandersetzung mit dem Sterben ist, zeigt der unmittelbar an Birgit anschließende Beitrag von „K.S.“:
„Dank an die Menschen, die diese Aufnahmen zugelassen und diese Aussagen uns hinterlassen haben. Dank an die Menschen, die in der Hospizbewegung tätig sind. Dank an die „Autoren“ für den Mut, dies zu veröffentlichen. Dank denen, die uns diese Ausstellung zugänglich gemacht haben.“
Ergänzt wurde die Präsentation um ein von Johannes Schreiter konzipiertes Glasbild mit dem Thema „Hoffnung“ sowie ein Zitat von Papst Johannes Paul II., dessen letzte Worte „Ich bin froh, seid ihr es auch“ den Besucher am Ausgang entließen. Wie wichtig es ist, den Besucher der Ausstellung mit seinen Fragen und Emotionen nicht allen zu lassen, sondern ihm mit Stellungnahmen aus christlicher Sicht eine Perspektive zu geben, zeigen die Zeilen von E. am 28.06.: „Heute morgen habe ich Gott gebeten, mir zu sagen, was ich wissen muß, wie immer. In dieser Ausstellung hat er mit mir gesprochen!“

 

Auszeichnungen für "NOCH MAL LEBEN. WENN MENSCHEN STERBEN"

Ehrenpreis für Künstler der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz

Deutscher Sozialpreis
World Press Photo-Wettbewerb 2004
Lead Award 2003
Art Directors Club 2004

Das Begleitbuch zur Ausstellung wurde mit dem Deutschen Fotobuchpreis 2004 ausgezeichnet.


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Kein Krieg ist heilig - DIE KREUZZÜGE

2.4. - 30.7.2004

Die Ausstellung über die Kreuzzüge bricht alle Mainzer Besucherrekorde

„Mit dieser Ausstellung ist Mainz in die 1. Liga der deutschen Kulturstädte aufgestiegen”: so das Fazit einer Fernsehreportage des SWR über die internationale Sonderausstellung „Kein Krieg ist heilig – die Kreuzzüge”, die das Dommuseum im Jahre 2004 zeigte.
Zunächst von April bis Juli projektiert, mußte die Schau wegen des großen Publikumsandranges bis Anfang September verlängert werden. Über 130.000 Interessierte aus aller Herren Länder besuchten die Ausstellung, unter ihnen auch der Präsident des Islamic World Congress, Prof. Abdallah Nassif (Saudi Arabien) oder Prof. Abdallatif Berbiche (Marokko), der Generalsekretär der Akademie des Königreichs Marokko.

Den Besucher erwarteten auf 2000 qm rund 300 Exponate im Gesamtwert von über 50 Millionen Euro, darunter erstmals und einmalig ausgeliehene Meisterwerke der Goldschmiedekunst wie z. B. die Krone des lateinischen Kaisers von Byzanz, die dank der großzügigen Leihbereitschaft des Musée Diocésain in Namur erstmals außerhalb von Belgien gezeigt wurde. Hinzu kamen exklusiv für die Ausstellung geschaffene großformatige Modelle der Kreuzfahrerarchitektur, funktionstüchtige Kampfmaschinen und lebensgroße Figurinen von christlichen und muslimischen Kämpfern.

Die Ausstellung behandelte ausgewogen die Ereignisse der Kreuzzüge; Zeitzeugen aus dem christlichen wie dem muslimischen Kulturkreis kamen gleichwertig zu Wort und schilderten aus ihrer Sicht das Geschehen. Dem Besucher wurde ermöglicht, sich vorurteilsfrei den historischen Fakten zu öffnen; gleichzeitig wurden die subjektiven Empfindungen der damals Beteiligten nicht verschwiegen. Vermieden wurde jede Art von Aufrechnung. Auch Papst Johannes Paul II. hat nicht aufgerechnet, sondern sich zur „historischen Schuld” der Kirche bekannt, ohne zu fragen „Was tut die Gegenseite?”. Diesem Beispiel versuchte die Ausstellung behutsam zu folgen.
„Kein Krieg ist heilig” – dieser Untertitel war, wie Kardinal Lehmann in seiner Eröffnungsansprache betonte, eine klare Absage an alle Versuche, „Kreuzzüge” als politisches Schlagwort zu ge- und mißbrauchen. Gerade in einer Zeit, in der der christlich-islamische Dialog hart auf die Probe gestellt ist, leistete die Ausstellung eine längst fällige Aufklärung.


Die 10.000 Exemplare der Museumsausgabe des Ausstellungskataloges (560 Seiten mit über 400 meist farbigen Abbilungen und 16 Karten; Format 23 x 28 cm) sind in der 1. und 2. Auflage bereits vergriffen, einige wenige Exemplare der gebundenen Ausgabe sind im Museumsshop noch erhältlich.

 

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Katalog (zum Shop)

Herausgeber: H.-J. Kotzur
Museumsausgabe: vergriffen
Gebundene Ausgabe: 44,90- € zuzüglich 5 € Porto u. Verpackung

Tafeltexte zur Ausstellung
Herausgeber: Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum 7,50,- € (Versand gebührenfrei)

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